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Volleyball Talk

DVV-Block(g): WELTMEISTER Jonas Reckermann redet Klartext

Beach-Volleyball Profi und Weltmeister Jonas Reckermann gilt zum einen als einer der besten Blockspieler im Sand, zum anderen beherrscht auch er die Kunst des Schreibens. Seit Juni 2009 block(g)t Jonas Reckermann an dieser Stelle, die aktuellsten Beiträge gibt es stets an dieser Stelle zu sehen. Alle bisherigen Beiträge sind bei DVV-Partner Volleyballdirekt.de nachzulesen.

Zurück im Geschäft (9.8.2010)

Ein herzliches "Dzién dobry!" vom Flughafen in Warschau!

Der letzte Blogeintrag datiert noch aus dem Juli und dazwischen lagen immerhin das Formel-1-Rennen vom Hockenheimring, sowie unser Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause!

Da ich wie immer an dieser Stelle den Fokus auf die Dinge abseits des Courts lege, werde ich mal mit dem PS-Spektakel beginnen. Ich war ja noch nie bei einem Rennen der Königsklasse, wusste also nicht so richtig was mich erwarten würde. Als wir am Samstag ankamen war schon ordentliches Gebrüll in der Luft, gerne nutzte ich die Ohrenstöpsel, die in der Sky-Lounge unseres Partners Red-Bull uns noch vor den Getränken in die Hand gedrückt wurden. Wenn man schon Kinder mit an die Rennstrecke nimmt, dann sollten die Ohren besonders geschützt sein. Dies haben die Eltern dieser beiden Kleinen anscheinend hinbekommen oder starke Narkotika benutzt, jedenfalls habe ich die beiden nicht einmal wach gesehen...

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Etwas erstaunt nahm ich dann die per Zeichensprache übermittelte Information zur Kenntnis, dass es sich zu der Zeit "nur" um das freie Training der Moto-GP-Serie handelt - quasi dem kleinen Bruder der Formel-1 und nur etwa halb so laut...
Noch etwas müde von der Anreise hatte dieser akustische Pegel aber den Vorteil, dass längere Konversationen unmöglich waren und man erst einmal "zur Ruhe" kommen konnte. Dann war jedoch genug der Entspannung, denn wir kamen in den Genuss einer Boxenführung, inklusive Motorhome und Box des RB-Racing-Teams. Es war schon sehr beeindruckend diese andere Welt mal hautnah mitzuerleben, überraschend relaxed ging das Formel-1-Team mit unserer Besuchergruppe um, die sogar noch wenige Minuten vor dem Ende der Arbeitszeit (ab 18.30 darf nicht mehr an den Boliden gewerkelt werden) uns in ihrem heiligsten Ort neben den Autos duldeten und uns sogar Poserphotos machen ließen.

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Nur einmal kam jemand aufgeregt auf mich zu als ich ein Photo von der Box machte, denn kurz vorher wurde der Unterboden des Autos von Mark Webber gewendet und dessen Beschaffenheit ist wohl höchst geheim! Zum Glück war ich aber etwas zu langsam gewesen und mein Handy wurde nicht noch an Ort und Stelle unschädlich gemacht...!
Abends ging es dann zur RB-Party an eine Wassersportanlage in der Nähe der Rennstrecke. Das komplette RB-Racing-Team war vor Ort und versuchte sich teilweise auf Wasserskiern.
Insgesamt muss man sagen, dass der Formel-1-Zirkus durchaus ein feiererprobtes Volk zu sein scheint, auch einige Mitarbeiter der übertragenen Fernsehsender stimmten sich dort schon mal auf den folgenden Renntag ein.
Letzteren erlebten wir dann wieder von den nicht so wirklich schlechten Plätzen mit Blick über einen großen Teil der Rennstrecke, nachdem wir zuvor die Ausfahrt der Flitzer aus der Boxengasse aus nächster Nähe verfolgen durften.

Dennoch blickten wir immer mal wieder auf die angebrachten Bildschirme um den Überblick über Zeitabstände, Boxenstopps und Überrundungen von Ex-Weltmeistern zu behalten!
Zwar hat sich meine im letzten Beitrag mitgeteilte Befürchtung bewahrheitet, dass sich die Reihenfolge nach der ersten Kurve frappierend mit der nach dem Schwenken der Zielflagge ähnelte, doch es war ein Riesenerlebnis auch wenn das ganze Drumherum noch einmal imposanter erscheint (und in Wirklichkeit vielleicht auch ist) als das Rennen selbst.

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Somit hatten unsere Knieverletzungen auch etwas Gutes, denn wann sonst waren wir während des Sommers mal in der Lage, solche Einladungen einmal annehmen zu können!? Nach sechs Wochen wettkampffreier Zeit hatten wir dann aber langsam endgültig genug von Fahrradergometern, Therabändern und Wackelbrettern - unser Comeback im Sand rückte näher! Das Turnier in der Partyhauptstadt Klagenfurt mussten wir noch verstreichen lassen aber an der idyllischen masurischen Seenplatte in Stare Jablonki kam es dann endlich zum herbeigesehnten Comeback. Zum nicht so wirklich schlechten sportlichen Abschneiden müsst ihr auf unsere Homepage gehen (binkreckermann.de), an dieser Stelle gibt es nur noch einen kurzen Überblick über Land und Leute.

Wir haben uns für sehr schlau gehalten und steuerten den "nur" 200 km vom Turniergelände entfernten Flughafen von Danzig an (verglichen mit 300 km Entfernung von Warschau).
Leider blieb es auch hier nicht bei einer Fahrtzeit von unter drei Stunden weil Regenmassen und nachfolgende Staus ein zügigeres Durchkommen vereitelten. Dies war vielleicht aber auch ganz gut, denn die Fahrweisen der Shuttlefahrers dort auf baumgesäumten Landstraßen machen die Statistik nachvollziehbar, dass es in (fast) keinem anderen Land zu einer so großen Zahl an Verkehrsopfern kommt (gemessen an der Gesamtbevölkerung) wie in unserem östlichen Nachbarstaat. Ist man dann gesund aus dem Auto entstiegen muss man sich eigentlich gar nicht mehr körperlich aktivieren um die Müdigkeit aus den Gliedern zu bekommen, weil sich bei einem Dauerpuls zwischen 120 und 180, sowie dem reflexartigen Stemmen von Händen und Füßen gegen die Fahrzeugwand erst gar keine Schläfrigkeit einstellen kann...!

Entschädigt wird man dann aber nach der Ankunft durch die in einem anderen Beitrag bereits erwähnte Gastfreundschaft der polnischen Bevölkerung. Unermüdlich feuern die Polen ihre Teams an, um sich nach deren Ausscheiden Duos anderer Nationen auszugucken, die sie dann ebenfalls lautstark, bemalt und enthusiastisch unterstützen.

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Der Veranstaltungsort selbst hat lediglich 700 Einwohner, weit und breit keine größere Stadt aber tausende (beach)volleyballverrückte Polen kommen von Mittwoch bis Sonntag einmal im Jahr an diesen Ort und feiern eine riesige Party.

Auf dem Center Court gibt es in den Spielpausen Livemusik und auf dem gesamten Gelände sind die soeben unterlegenen Teams die einzigen schlechtgelaunten Menschen. Dies liegt nicht nur aber manchmal vielleicht auch ein wenig an den verabreichten Getränken: Ab und an weiß man nicht so genau ob der Urheber des Autogrammwunsches schon oder noch nach etwas Höherprozentigem riecht...
Wir haben uns auf jeden Fall mal wieder sehr wohl gefühlt trotz täglichen Gewitters und Partymusik bis weit nach Mitternacht und freuen uns bereits auf das nächste Jahr!
Nun gilt es schnell zu regenerieren, denn bereits in dieser Woche findet die Europameisterschaft im heimischen Berlin statt - dort möchten wir topfit an den Start gehen!

Bis dahin, viele Grüße und eine schöne Woche,

Euer Jonas


PPS: Wenn ihr mehr sportliche Details lesen möchtet - ab auf unsere Internetseite: www.brinkreckermann.de


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