
Foto FIVB: Strahlende Gesicher nach dem zweiten Platz in Gstaad (v.l.): Sara Goller, Trainer Craig Seuseu und Laura Ludwig.
Hi Leute,
es ist schon eine ganze Weile her, dass ich von mir berichtet habe. Aber jetzt ist es endlich wieder soweit. Die letzten beiden Wochen standen die Turniere in Stavanger (Norwegen) und Gstaad (Schweiz) an. Eins vorweg: das Wetter war der Hammer. Selbst in Norwegen hat uns die Sonne angelacht. Und das ist wahrlich eine kleine Sensation. Endlich einmal spielen ohne wärmende Unterziehsachen, juhu...
Ach ja, die Location kann sich auch sehen lassen. Zwischen riesigen Kreuzfahrtschiffen, Yachten und Segelschiffen ist es immer wieder etwas Besonderes, den Ball über die Schnur zu spielen.
Passend zum Wetter und zur Location sind wir sehr gut ins Turnier gestartet und haben alle 3 Poolspiele gewonnen. Die Erleichterung war danach groß, denn wir konnten uns somit direkt für das Achtelfinale qualifizieren. Da sollte uns ein schweres Los erwarten. Die an 3 gesetzten Brasilianerinnen Talita/Antonelli. Das Spiel stand unter schwierigen Vorraussetzungen. Der Wind machte es uns nicht gerade einfach, den Ball zu kontrollieren. An diesem Tag sollte es uns auch nicht gelingen, die Brasilianerinnen zu bezwingen. Wir mussten uns leider mit 2 zu 0 geschlagen geben und beendeten das Turnier auf einem 9. Platz.
Die Enttäuschung war schon sehr groß, da wir uns für den dritten Grand Slam mehr vorgenommen hatten. Mit einem kurzen „Absacker“ am Abend wollten wir die Enttäuschung verdrängen. So richtig Spaß hat es aber nicht gemacht, da man wahrhaftig 10 Euro für ein Getränk berappen muss...
Am Sonntag haben wir uns dann direkt auf den Weg in die Schweiz gemacht. Das nächste Reiseziel war Gstaad. Und diese Reise hatte es in sich. Über London sind wir mit dem Flugzeug nach Genf gekommen. Die Reise war aber noch lange nicht beendet. Eine zweistündige Autofahrt stand noch vor uns. Die erste Stunde war kein Problem, die zweite allerdings schon. Es ging sehr kurvenreich auf und ab. Das machte keinen Spaß. Dieses Mal hatte ich mich aber im Griff und mir ist nicht schlecht geworden.
Die Woche in der Schweiz haben wir - Sara, unser Trainer Craig, seine Freundin und ich - in einem Appartement verbracht. Das ist etwas ganz Besonderes, da wir sonst nur ein langweiliges Hotelzimmer beziehen. Vielleicht war auch dies ein Punkt, der uns zu einer tollen Platzierung geführt hat. Aber der Reihe nach..

Foto FIVB: Ein oft zu sehendes Bild in dieser Saison: Eine jubelnde Laura Ludwig.
Nach den ersten beiden Siegen in der Poolphase, mussten wir uns im dritten Poolspiel gegen die von Christoph Dieckmann trainierten Griechinnen, Arvaniti/Tsiartsiani, geschlagen geben. Das führte dazu, dass wir uns gegen die USA, Fendrick/Ivy, durchsetzen mussten, um ins Achtelfinale einzuziehen. Das ist uns auch durch ein 2 zu 0 gelungen. Im Achtelfinale wartete ein anderes amerikanisches Team, Akers/Turner. Erneut war es ein 2 zu 0, das uns ins Viertelfinale brachte.
Dort erwartete uns ein sehr interessanter Gegner. Das deutsche Nationalteam Holtwick/Semmler. Die Duelle gegen Katrin und Ilka sind immer aufregend. Glücklicherweise erwischten wir den besseren Tag und machten unser drittes Halbfinale in diesem Jahr perfekt. Die Freude war sehr groß. Die mitgereisten Fans und Familien hatten uns zu tollen Leistungen gepusht. Einfach ein geiles Gefühl.
Danach stand erstmal wieder Regeneration auf dem Programm. In Gstaad etwas ganz außergewöhnliches, da wir uns immer in einem kleinen Bergbach abgekühlt haben. Und diese Abkühlung ist auch bei manchmal mehr als 30°C Außentemperatur nicht immer eine Wonne. Ich kann euch sagen, es schmerzt so was von dolle. Wenn mich mein Trainer nicht immer gezwungen hätte, hätte ich wohl nicht länger als 10 Sekunden ausgehalten. Es gab aber auch Personen, die sich mit ihrem ganzen Körper reingelegt haben. Wie bescheuert;-)
Samstag war es dann soweit. Das Halbfinale gegen China stand uns bevor. Der Center Court war voll, das Wetter der Hammer, und wir fühlten uns gut. Nach großem Kampf und teilweise famosen Ballwechseln, konnten wir die Chinesinnen mit 2 zu 1 besiegen. Finale, oho, Finale, oho....
Ein echter Brocken stand uns bevor. Kein geringerer als der Weltranglistenerste Juliana/Larissa. Das Finale wird uns aber leider nicht aufgrund von einer tollen Leistung in Erinnerung bleiben, sondern aufgrund des Wetterchaos. 10 Minuten nachdem wir bei Sonnenschein gestartet waren, begann ein Unwetter. Das Spiel musste wegen fetter Hagelkörner und Gewitter für drei Stunden unterbrochen werden.

Foto FIVB: Da macht Beach-Volleyball richtig Spaß...
Das Spiel haben wir in Bikinis begonnen und mit langen Unterziehsachen beendet. Wie verrückt...Die lange Pause haben die Brasilianerinnen besser verdaut. Trotz eines Satzballes im zweiten Satz mussten wir uns mit 2 zu 0 geschlagen geben. Dieser verdammte erste Worldtoursieg muss also weiter auf sich warten lassen.
Die Finalniederlage war ärgerlich, hat uns aber nicht daran gehindert, stolz und glücklich über unsere Leistung zu sein. Das Turnier bleibt also durchweg in sehr guter Erinnerung.
Eine schwierige Prüfung stand aber doch noch an. Die zweistündige Rückfahrt durch Berg und Tal. Habe sie aber überlebt. Also, Gstaad, wir kommen gerne wieder.
Die folgende Woche war in Hamburg geplant. Am Wochenende sollte das Turnier in Fehmarn Ziel sein. Aufgrund der folgenden anstrengenden Wochen haben wir uns aber entschieden, das Turnier abzusagen. Eigentlich sehr schade, weil wir gerne in Deutschland spielen, aber auch durch die kommenden wichtigen Turniere eine richtige Entscheidung.
So, heute geht es nach Marseille. Ich hoffe, dass wir auch ein wenig auf eure mentale Unterstützung zählen können, damit ich auch das nächste Mal, positive Nachrichten vermelden kann.
Also Leute, immer am Ball bleiben;-)
Bis die Tage..
Eure Laura