Die Geschichte des Volleyballsports in Deutschland
Nachdem im Jahre 1895 W.C. Morgan in den USA das Volleyballspiel aus anderen Ballspielen entwickelt hatte, wurde es zunächst auf dem amerikanischen Kontinent bekannt. US-Soldaten brachten es im Ersten Weltkrieg nach Europa. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte es sich in Deutschland schrittweise durchsetzen, wozu auch die Gründung des Weltverbandes "Federation Internationale De Volley - Ball" (FIVB) 1947 in Paris beitrug.
1951 Gründung der "Sektion Volleyball der DDR im Deutschen Sportausschuß" in Leipzig. Die HSG "Geschwister Scholl" Halle wird bei Damen und Herren 1. DDR-Meister.
1955 Gründung des "Deutschen Volleyball-Verbandes" in Kassel.
1956 Erstmalige Teilnahme der Damen- und Herren-Nationalmannschaften aus der DDR und BRD an Weltmeisterschaften, die in Frankreich ausgetragen werden.
1957 Die Pädagogische Hochschule Hannover wird bei Damen und Herren 1. Meister der BRD.
1964 Der Sportclub Leipzig erringt den Europapokal der Herren.
1968 Bei den Olympischen Spielen in Mexiko belegt die Herren-Nationalmannschaft der DDR den 4. Platz.
1969 Die Herren-Nationalmannschaft der DDR gewinnt in Ost-Berlin den Weltpokal.
1970 Bei den Weltmeisterschaften in Sofia wird die DDR-Herrenauswahl Weltmeister
1972 Die DDR-Herren-Nationalmannschaft erringt bei den Olympischen Spielen in München hinter Japan die Silbermedaille. Die Auswahlmannschaften der BRD sind erstmalig bei Olympischen Spielen vertreten. Nach dem Turnier kommt es in der BRD zu einem "Volleyball-Booom".
1974 Offizieller Beginn der 1. Bundesliga der Herren in der BRD.
1975 Der SC Traktor Schwerin gewinnt den Europa-Cup der Pokalsieger.
1976 Offizieller Beginn der 1. Bundesliga der Damen in der BRD.
1980 Die Damen-Nationalmannschaft der DDR gewinnt bei den Olympischen Spielen in Moskau die Silbermedaille.
1982 Erstmalig gewinnt eine BRD-Auswahl eine Medaille bei internationalen Meisterschaften: die Junioren werden Zweiter bei der WM.
1983 Die Frauen-Nationalmannschaft der DDR wird Europameister.
1986 Die Juniorinnen der DDR werden Zweite bei den Europameisterschaften, die Juniorenauswahl der BRD erkämpft die Bronzemedaille.
1987 Die Frauen-Nationalmannschaft der DDR wird zum zweiten Mal Europameister.
1988 Bei den Olympischen Spielen in Seoul belegen die DDR-Frauen den 5. Platz.
1990 Die Juniorinnen und Junioren der BRD belegen bei den Europameisterschaften die Plätze 2. und 3. Am 9.12. findet in West-Berlin die Vereinigung der beiden deutschen Volleyballverbände statt.
1991 Die neue Bundesligasaison wird erstmalig mit Mannschaften aus West und Ost gespielt. Die erste gesamtdeutsche Damenauswahl wird bei den Europameisterschaften 3., die Herren 4.
1992 Erste "gesamtdeutsche Meister" werden bei den Damen der USC Münster und bei den Herren der Moerser SC. Erstmalig finden Deutsche Beach-Volleyballmeisterschaften statt. Bei den Frauen gewinnen Beate Paetow/Martina Schwarz, die Herrenkonkurrenz entscheiden Lars Björn Freier/Christian Tiemann für sich.
1993 Die deutsche Männer-Nationalmannschaft spielt ein sehr erfolgreiches Jahr: In der Weltliga gelingen ihr sieben Siege, darunter zwei Heimsiege gegen Olympiasieger Brasilien. Bei den Europameisterschaften in Finnland erfüllen die Spieler die Vorgabe von Bundestrainer Igor Prielozny und werden Vierte.
1994 Bei den Weltmeisterschaften in Brasilien spielen die deutschen Damen ausgezeichnet und landen nach Siegen u.a. gegen Südkorea, China und die USA auf einem überzeugenden 5. Platz.
1995 In diesem Jahr gab es für den deutschen Volleyball zwei Highlights: Zum einen wurden die deutschen Damen bei der Europameisterschaft in Holland Vierte, zum anderen feierte Berlin eine Premiere: Erstmalig fand ein World Tour Event der Beach-Volleyballer auf deutschem Boden statt und wurde zum vollen Erfolg. Hohe Medienpräsenz, guter Zuschauerzuspruch und ein hervorragender fünfter Platz von Jörg Ahmann/Axel Hager verhalfen dem Turnier zu einem vollen Erfolg.
1996 Die Frauen-Nationalmannschaft feiert mit einem 3:2 Erfolg über Rußland bei der Olympiaqualifikation in Bremen einen ganz besonderen Triumph: Es war der erste Sieg einer DVV-Frauen-Nationalmannschaft über die übermächtigen Russinnen und bescherte den Damen von Siegfried Köhler zudem die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Atlanta. Dort sprang ein 8. Platz heraus. Beim ersten olympischen Beach-Volleyballturnier schlugen sich die beiden deutschen Teams ebenfalls prächtig: Beate Bühler/Danja Müsch wurden 7., Jörg Ahmann/Axel Hager belegten den 9. Rang.
1997 Beide Nationalmannschaften belegen bei den Europameisterschaften den 9. Rang. Dabei gelingt den Männern in Holland ein historischer 3:2 Sieg über Rußland, der letzte Erfolg gegen die Osteuropäer datierte vom Oktober 1976. Damals schlug die DDR den großen Bruder mit 3:1.
1998 Glückte den deutschen Damen zu Jahresbeginn noch ein überzeugender Turniersieg beim Bremer Turnier, dies bedeutete gleichzeitig die Teilnahme an der WM, so konnten dort die Erwartungen nicht erfüllt werden. Die Mannschaft enttäuschte und unterlag in ihren Vorrundenspielen der Dominikanischen Republik, Rußland und Brasilien. Noch schlimmer stellt sich die Situation bei den deutschen Herren dar: Nach zwei Niederlagen gegen Portugal und dem lediglich fünften Platz in der Gruppe steigt die Mannschaft in die Euroligagruppe B ab und hat erst im Jahr 2003 wieder die Möglichkeit an einer internationalen Meisterschaft teilzunehmen.
1999 Zu Jahresbeginn präsentiert der DVV zwei neue Bundestrainer: Mit Hee Wan Lee bei den Frauen und Stelian Moculescu bei den Männern soll es wieder aufwärts gehen. Und Moculescu bringt recht schnell Glück: Die CEV, der europäische Volleyball-Verband, reformiert sein Euroliga- und EM-System, so dass die deutsche Mannschaft nicht in die Euroliga B absteigen muss und sich somit für die EM 2001 in der Tschechischen Republik qualifizieren kann. Bei der Universiade Anfang Juli gelingt der deutschen Männermannschaft unter Moculescu ein nicht erhoffter Triumph: ungeschlagen und mit einem 3:1 Sieg über Japan im Finale gewinnen die deutschen Spieler sensantionell die Goldmedaille. Eine völlig unerfahrene, junge Frauen-Nationalmannschaft überzeugt bei der EM in Italien alle Fachleute und wird nach Siegen über Polen und Kroatien sowie Niederlagen gegen Bulgarien, Russland und Italien hervorragender Vierter.
2000 Das Jahr fängt traumhaft an für den DVV: Bei der europäischen Olympia-Qualifikation in Bremen gelingt gelingt der Frauen-Nationalmannschaft vor knapp 5000 begeisterten Zuschauern ein sensationeller 3:2-Sieg über Kroatien. Der Sprung nach Sydney ist geschafft, die Mannschaften aus Italien, Kroatien, Niederlande, Ukraine und Rumänien landen hinter dem strahlenden DVV-Team.
Und auch bei den Olympischen Spielen in Sydney geht der Höhenflug weiter. Jörg Ahmann/Axel Hager gewinnen sensationell die Bronzemedaille, die anderen Beach-Duos landen auf den Plätzen 9 (Schmidt/Staub), 9 (Friedrichsen/Müsch) und 19 (Oetke(Scheuerpflug). Und da auch die DVV-Frauen mit einem ausgezeichneten 6. Platz überzeugen, sind alle Verantwortlichen im Volleyballlager hochzufrieden.
2001 steht zunächst ganz im Zeichen der DVV-Männer: Erst gelingt ihnen bei der EM-Qualifikation in Bonn mit drei Siegen über Lettland, Spanien und die Slowakei die kaum mehr für möglich gehaltene Qualifikation zur EM-Endrunde. Anschließend feiern sie die Rückkehr auf die Weltligabühne (zuletzt 1994). Zwar gelingt in den Spielen gegen die Olympiasieger USA, Brasilien und die Niederlande kein einziger Sieg, aber die Spiele lassen erkennen, dass mit den deutschen Männern in Zukunft wieder zu rechnen sein wird. Bei der EM setzt es bis zum letzten Vorrundenspiel jedoch vier weitere Niederlagen, ehe der 3:2-Sieg über den späteren Europameister Jugoslawien ein Signal setzt.
Die deutschen Frauen erleben ein nicht zufriedenstellendes Jahr: Beim Grand Prix in Asien geht die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee in 13 Spielen nur ein Mal als Sieger vom Platz, bei der EM in Bulgarien scheitert das Team schon in der Vorrunde und wird nur 9.
Gut, dass es die Nachwuchsteams und Beach-Volleyballer gibt. Die weibliche Jugend-Nationalmannschaft (Jahrgang 84/85) gewinnt bei der Jugend-Olympiade die Goldmedaille, Andrea Ahmann/Ulrike Schmidt holen bei der Beach-EM in Jesolo/Italien Bronze.
2002 ist das Jahr der Frauen-WM. Zum ersten Mal findet auf deutschem Boden eine Volleyball-WM statt. Die ganze (Volleyball-) Welt guckt nach Berlin, Bremen, Dresden, Leipzig, Münster, Riesa, Schwerin und Stuttgart, den acht Austragungsorten der WM. Insgesamt über 280.000 Zuschauer machen die WM zu einem Fest für Mannschaften, Organisatoren und Fans. Die Hoffnungen in die DVV-Auswahl sind groß, zumal sie vier Wochen zuvor einen sensationellen 3. Platz beim Grand Prix in Asien erzielte. Leider kann die deutsche Mannschaft die Erwartungen nicht erfüllen und scheidet in der 2. Runde aus - 10. Platz! Ganz anders die Italienerinnen, die mit modernem Volleyball die Massen begeistern und in einem sehenswerten Finale die bis dato ungeschlagene USA mit 3:2 in die Knie zwingen.
Die DVV-Männer nehmen erneut in der Weltliga teil und können mit insgesamt vier Siegen über den späteren Weltliga-Gewinner Russland (1), die Niederlande (1) und Kuba (2) ihren Aufwärtstrend bestätigen.
Die Junioren-Nationalmannschaft von Bundestrainer Michael Warm gewinnt in Polen überraschend die Bronzemedaille bei der Junioren-EM.
Und die Beacher? Markus Dieckmann/Jonas Reckermann lassen es bei der EM in der Schweiz richtig krachen und holen sich den EM-Titel durch ein souveränes 2:0 im Finale über die Laciga-Brüder aus der Schweiz. Der Beach-Nachwuchs lässt sich wie gewohnt auch nicht lumpen. Bei der U20-EM gewinnen Florian Huth/Christopher Tacke und Holtwick/Kleefisch die Silbermedaille, Krug/Urbatzke Bronze. Bei der U18-WM in Xylokastro/Griechenland stehen mit Lehmann/Romberg (Silber) und Flemig/Semmler (Bronze) zwei Teams auf dem Treppchen. Und bei der U21-WM in Catania gewinnen Matthias Karger/Maarten Lammens die Bronzemedaille.
Stand 01.11.2002

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