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Grand Prix 2004 – Zürich Open Deutschland: DVV-Auswahl qualifiziert sich durch 3:2 über die USA für die Finalrunde!

Die DVV-Frauen haben die Finalrunde des Grand Prix 2004 in Reggio Calabria/Italien (28. Juli – 1. August) erreicht: Gegen Vize-Weltmeister USA gewann die DVV-Auswahl 3:2 (25-23, 21-25, 16-25, 25-17, 15-12) und belegte somit den sechsten Platz in der Gesamt-Tabelle. Es war zudem der erste Sieg über die USA seit zehn Jahren (WM 1994). Neben der deutschen Mannschaft nehmen Brasilien, Kuba, China, die USA und Italien an der Finalrunde teil. Die deutsche Mannschaft fliegt morgen nach Italien, wo sie am 29. Juli ihr erstes Spiel gegen Kuba bestreitet. Der andere Gruppengegner ist Brasilien. Die Olympia-Einkleidung findet nun erst am 3. August statt, der abschließende Lehrgang in Heidelberg 6.-8. August, der Abflug nach Athen erfolgt am 9. August.

Das Spiel gegen die USA wird am morgigen Sonntag um 9.45 Uhr im DSF als Zusammenfassung gezeigt.

Foto Tronquet: Gemeinsam sind wir stark! Kerstin Tzscherlich und Birgit Thumm in der Annahme.

Bundestrainer Hee Wan Lee begann mit folgender Startformation: Tanja Hart im Zuspiel, Kathy Radzuweit und Olessya Kulakova im Mittelblock, Atika Bouagaa, Judith Sylvester und Birgit Thumm auf den Außenpositionen sowie Kerstin Tzscherlich als Libero. Radzuweit ersetzte somit die mit einer Augenklappe auf der Bank sitzende Christiane Fürst, die am morgen eine Augenverletzung erlitten hatte.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen Blitzstart in den ersten Satz: Sylvester im Angriff und Radzuweit im Block, dazu druckvolle Flatteraufschläge, die der amerikanischen Annahme überhaupt nicht gefielen. Beim Stand von 7:2 nahm US-Coach Toshiaki Yoshida seine Star-Angreiferin Logan Tom vom Feld und wechselte Spielführerin Tara Cross-Battle ein. Tom hatte große Probleme in der Annahme. Als die USA nach zwei guten Aktionen von Ogonna Nnamani auf 8:5 verkürzte, packte Kulakova am Netz zu und erhöhte wieder auf 10:5. Doch Annahmeprobleme auf deutscher Seite gegen die Flatteraufschläge der Amerikanerinnen ließen Hart kein schnelles Spiel aufziehen, sodass der US-Block stets gut auf dem Posten war und wieder verkürzen konnte. Lee nahm seine erste Auszeit (11:9). Als Grün zwei Mal den Ball nicht versenken konnte, hatte die USA ausgeglichen. Bis zum 15:15 verlief der Satz pari, dann schlug Sylvester einen Hinterfeldangriff extrem diagonal, und es ging mit 16:15 in die zweite technische Auszeit. Ein Angriff von Tayyiba Haneef über den deutschen Block hinter die Grundlinie ließ den deutschen Vorsprung etwas anwachsen (18:16), der nach einem weiteren Angriffsfehler der US-Diagonalangreiferin ausgebaut wurde (21:18). Yoshida wechselte beim 23:19 Tom zurück aufs Feld, die USA verkürzte auf 23:21. Nach einem Fehlaufschlag von Tom hatte die deutsche Mannschaft beim 24:22 die ersten Satzbälle. Den ersten wehrten die Gäste noch ab, beim zweiten schlug Grün aus dem Hinterfeld den amerikanischen Block an (25:23).

Die deutsche Mannschaft lag auch zu Beginn des zweiten Satzes in Führung, weil Thumm über außen geschickt den Block anschlug. Nach zwei Angriffen der USA, die von der deutschen Mannschaft nicht kontrolliert werden konnten, ging es mit 7:8 in die erste technische Auszeit. Ein Angriff von Radzuweit ins „Aus“ und ein verstellter Ball aus dem Feld auf Grün vergrößerten den Rückstand auf 7:10. Nach einem Netzkanten-As von Heather Bown nahm Lee seine erste Auszeit (8:12). Zwei starke Sprungaufschläge von Grün ließen es kurze Zeit später wieder erfreulicher aussehen, Yoshida nahm eine Auszeit (11:13). Doch bei der zweiten Auszeit war der Rückstand wieder auf vier Punkte angewachsen, weil es ein deutsches Missverständnis gab und Thumm ihren Angriff in den Block schlug (12:16). Beim Stand von 13:16 führte Lee einen Doppelwechsel durch – Atika Bouagaa und Julia Schlecht kamen für Tanja Hart und Judith Sylvester. Bouagaa versenkte gleich ihren ersten Ball und zwang die USA zur nächsten Auszeit (14:16). Dadurch fingen sich die US-Girls wieder und gingen nach einem As der zweiten Zuspielerin, Lindsey Berg, mit 15:19 in Führung. Als US-Libero Stacy Sykora drei Mal in Folge herausragend gegen harte Angriffe von Grün abwehrte und die Punktbälle jeweils verwertet wurden, schien die Entscheidung gefallen zu sein (16:22). Doch Blockpunkte durch Radzuweit und Sprungaufschläge durch Grün brachten die Halle zum „Kochen“ und die deutsche Mannschaft auf 21:23 heran. Die nächsten beiden Punkte machten jedoch die Gäste, die somit den Satzgleichstand herstellten (21:25).

Die deutsche Mannschaft geriet im dritten Satz rasch ins Hintertreffen: Annahme-Probleme gegen die Sprungaufschläge der Amerikanerinnen sowie Fehler im Angriff bedeuteten das 3:8. Beim 3:9 wechselte Lee Christina Benecke für Kathy Radzuweit ein. Deutschland verkürzte auf 5:9, dann jedoch war wieder der „Wurm“ im deutschen Spiel (5:12). Beim 6:12 kam mit Bouagaa für Sylvester der nächste Wechsel – Bouagaa servierte sofort ein As. Das entpuppte sich jedoch als Strohfeuer, denn bei der zweiten technischen Auszeit war der Rückstand auf acht Punkte angewachsen (8:16). Dieser Rückstand war in diesem Durchgang nicht mehr aufzuholen, die DVV-Auswahl geriet mit 1:2-Sätzen in Rückstand.

Lee begann den vierten Satz mit der Aufstellung, mit der er den dritten beendet hatte: Bouagaa auf der Diagonalen (für Sylvester), Julia Schlecht im Zuspiel (für Hart) und Christina Benecke im Mittelblock (für Radzuweit). Und diese Mannschaft zeigte, dass sie gewillt war, nochmals alles zu geben, um den letzten zu vergebenen Finalrundenplatz zu ergattern. Nach fünf Minuten hieß es 8:1 (!), weil Bouagaa und Grün die Angriffe verwerteten und auch der deutsche Block endlich wieder zupackte. Als Bouagaa ein As servierte, war der Vorsprung weiter angewachsen (12:3). Insbesondere Bouagaa merkte man die Spielfreude an, schließlich drückte sie zuletzt des öfteren die Bank. Als die Amerikanerinnen aus einem 19:10 ein 20:15 machten, „erlöste“ Benecke die Fans mit einem gefühlvollen Lob von allen Sorgen. Den Schlusspunkt des vierten Satzes machte Bouagaa mit einem an den Block angeschlagenen Angriff perfekt (25:17).

Fast alle 1.700 Zuschauer standen gleich zu Beginn des fünften Satzes auf – sie sollten den ganzen Tiebreak über klatschend stehen bleiben (!). Bouagaa glich den „Mini-Fehlstart“ (0:2) mit einem Block wieder aus (2:2). Grün erzwang durch einen Block gegen Cross-Battle die erste Führung (4:3). Als Grün aus dem Hinterfeld den längsten Ballwechsel des Spiels spektakulär mit einem „Kracher“ beendete, waren auch die letzten Zuschauer aufgestanden (8:7). US-Coach Yoshida verstärkte mit einem Doppelwechsel seinen Block, der dann auch gegen Benecke zupackte (8:9). Benecke „revanchierte“ sich mit einem geblockten Ball zur erneuten deutschen Führung (10:9). Nach einer Finte und einem deutschen Missverständnis hatten die US-Girls jedoch den Gleichstand wieder erreicht – Lee nahm eine Auszeit (11:11). Als Grün den Ball unerreichbar versenkte, Metcalf ihren Angriff verzog und Benecke einen Ball blockte, hatte Deutschland drei Matchbälle (14:11). Den ersten wehrte Cross-Battle ab, den zweiten schlug Bouagaa über den amerikanischen Block ins Feld (15:12).

Punktbeste Spielerinnen

GER: Angelina Grün (21), Birgit Thumm (14), Atika Bouagaa (13)
USA: Tayyiba Haneef (17), Logan Tom (13), Heather Bown (12)

Stimmen zum Spiel

Hee Wan Lee (Trainer Deutschland): „Ab und zu können wir für so eine Überraschung wie jetzt gegen die USA sorgen. Ich hoffe, so eine Überraschung gelingt uns auch bei den Olympischen Spielen, damit wir die Vorrunde überstehen. Als Sportler sollte man versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Wir haben uns nicht speziell auf das Grand-Prix-Finale vorbereitet, im Vordergrund steht das Konditionstraining, die Spiele nehmen wir so mit. Wenn die Mädchen dann trotzdem gewinnen, ist es um so besser. Für die verletzte Christiane Fürst werden wir Tina Gollan mit nach Italien nehmen.“

Angelina Grün (Spielführer Deutschland): „Wir hatten in diesem Spiel nichts zu verlieren und konnten ohne Druck spielen. Verbessern können wir noch Kleinigkeiten, vielleicht bei der Annahme. Mit diesem Sieg haben wir uns ein bisschen Respekt bei der Konnkurrenz erworben. Wir werden wohl nicht mehr so leicht unterschätzt.“

Toshiaki Yoshida (Trainer USA): „Ich gratuliere der deutschen Mannschaft zum Erreichen der Finalrunde. Meine Mannschaft spielte nicht gut, fand nie ihren Rhythmus, schlug schlecht auf und war schlecht im Block. Ich hoffe nun, dass wir in der Endrunde in Italien besser spielen, aber wir müssen uns noch sehr gut vorbereiten.”

Tara Cross-Battle (Spielführerin USA): „Wir hatten auf dem Platz keine Energie. Warum, weiß ich auch nicht. Das ist für mich als Spielerin sehr beunruhigend. Wir haben noch viel Arbeit vor uns bis Athen. Die Endrunde wird sehr hart. Wir müssen nun so schnell wie möglich dieses Spiel vergessen, damit wir in Italien wieder erfolgreicher sind.“


Die Vorrunden-Abschlusstabelle nach insgesamt 9 Spielen*

1. Brasilien - 18 Punkte - 9:0-Siege 27: 3 Sätze
2. Kuba - 17 Punkte - 8:1-Siege 24: 10 Sätze
3. China - 16 Punkte - 7:2-Siege 23: 10 Sätze
4. USA - 15 Punkte - 6:3-Siege 24: 14 Sätze
5. Italien - 15 Punkte - 6:3-Siege 21:15 Sätze
6. Deutschland - 14 Punkte - 5:4-Siege 17:18 Sätze
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7. Russland - 13 Punkte - 4:5-Siege 20:17 Sätze
8. Polen - 13 Punkte - 4:5-Siege 14:18 Sätze
9. Japan - 11 Punkte - 2:7-Siege 13:23 Sätze
10. Thailand - 10 Punkte - 1:8-Siege 8:26 Sätze
11. Korea - 10 Punkte - 1:8-Siege 7:24 Sätze
12. Dominikanische Rep. - 10 Punkte - 1:8-Siege 5:25 Sätze

* Die Mannschaften über dem Strich sind für die Finalrunde qualifiziert.


Alle Infos zum Grand Prix 2004

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